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TSV HOF hat wieder einen Namen in der Hofer Sportwelt

    Erst Super-Samstag, dann Derby-Sonntag

    Sportstadt Hof

    Marcus Schädlich 05.11.2026 – 06:11 Uhr – FP Hof

    Hof erlebt einen Sporttag, wie es ihn lange nicht gab. Erst die Topspiele von Bayern Hof und FFC, dann Ringen. Und am Sonntag geht’s weiter. Das erwartet die Fans.

    Wer am Samstag eine Familienfeier plant, der könnte sich von Sportfans aus der Stadt Hof durchaus die eine oder andere Absage einhandeln. Denn an diesem Samstag kommen alle Termine geballt zusammen – und dann auch noch sportliche Saisonhighlights. Von 14 Uhr bis in die Abendstunden gibt es bei der SpVgg Bayern Hof, dem FFC und dem ASV Spitzensport, der schon lange nicht mehr in dieser geballten Form in Hof zu sehen war.

    Dass sich die Termine so schön aneinanderreihen, ist kein Zufall. „Wir haben das extra so gelegt, damit die Zuschauer rübergehen können“, sagt der FFC-Vorsitzende Siegfried Penka. Gemeint sind die Fans, die vom Fußball an der Grünen Au direkt an die Ossecker Straße weiterziehen sollen. Die Vereine schauen ohnehin beieinander vorbei: Bayern-Hof-Vizepräsident Florian Strößner war zuletzt beim Ringen in der Jahnhalle und blieb lange, erzählt ASV-Chef Wolfgang Fleischer. Die FFC-Fußballerinnen waren zuletzt zu Gast auf der Grünen Au. Diesmal wird vor allem für die Sportfans viel geboten. Das ist der Fahrplan für den Samstag.

    14 Uhr, Grüne Au: Bayern fordert Primus

    Die Hofer Bayern gehen mit maximalem Rückenwind in das Spitzenspiel. Beim 4:2 gegen den FC Eintracht Bamberg führten sie zur Pause bereits mit 4:0, Lucas Seidel traf dreimal. Hofs Trainer Benjamin Koch sprach von der besten ersten Hälfte, die er in seinen eineinhalb Jahren im Hofer Trainerteam gesehen habe. 1055 Zuschauer feierten auf der Grünen Au den zweiten Heimsieg in Serie, eine Woche nach dem späten Derbysieg in Neudrossenfeld. In der Tabelle steht Bayern Hof jetzt je nach Lesart auf Platz zwei oder drei.

    Mit dem ASV Cham kommt nun der Gradmesser schlechthin. Die Oberpfälzer dominieren die Liga und haben in dieser Saison erst zwei Spiele verloren. Spannend wird, ob die Hofer erneut auf ihr mutiges Pressing setzen. „Cham wird eine brutal harte Aufgabe“, weiß Koch. „Wir haben sie diesmal daheim – und es waren in der Vergangenheit daheim immer enge Spiele.“ Hof könne befreit ins Spiel gehen, denn das Ziel, der Klassenerhalt, hängt nicht vom Spitzenspiel ab. Deshalb sei die Partie auch ein Bonusspiel – und ein Test für Hofs Leistungsvermögen. „Nach so einem Spiel sehen wir, wo wir stehen.“ Und so hoffen die Hofer Bayern wieder auf eine vierstellige Zuschauerzahl.

    17 Uhr, SF-Sportpark: FFC will die Spitze

    Beim FFC Hof ist die Stimmung nach dem Wochenende gedämpfter. Beim Tabellendritten 1. FC Nürnberg II kassierte der bisherige Spitzenreiter die erste Saisonniederlage: Nach einer 2:0-Führung und einer Gelb-Roten Karte gegen Marie Baumgärtner drehten die Nürnbergerinnen die Partie binnen weniger Minuten zum 3:2. Wacker München nutzte die Gelegenheit, mühte sich zu einem späten 2:0 gegen Regensburg und übernahm die Tabellenführung. Damit liegt der FFC drei Punkte hinter den Münchnerinnen. Mit einem Sieg im Topspiel zum Abschluss der Hinrunde würde er nach Punkten gleichziehen – und das in der Saison, die über die Plätze in der neuen 3. Liga der Frauen entscheidet.

    Für dieses Spiel hat sich der Verein einiges vorgenommen. Der Eintritt ist frei, die Kosten übernehmen Sponsoren. „Der Gedanke dahinter: Fans, die seit Jahren kommen, aber eben nicht regelmäßig, sollen vorbeischauen können“, sagt Penka. Dauerkarteninhaber bekommen ein Seidla Bier, und das Ziel ist klar: „Wir wollen die Bude vollbekommen zum Abschluss des Jahres.“ Gespielt wird unter Flutlicht, für den Verein eine Rückkehr zu alten Gewohnheiten. „Das hatten wir früher öfter, und wir freuen uns jetzt besonders darauf.“

    19.30 Uhr, Jahnhalle: ASV will Revanche

    Auch die Ringer haben eine Rechnung offen, gleich doppelt. In Hallbergmoos unterlag der ASV zum Rückrundenauftakt mit 14:17, obwohl er nach dem achten Kampf noch mit 14:9 geführt hatte. Nach dem knappen 11:13 gegen Regionalliga-Tabellenführer Westendorf war es die zweite enge Niederlage in Folge. Dass der ASV dort überhaupt mithält, ist bemerkenswert. „Die Regionalliga ist eine richtig, richtig starke Liga“, sagt Fleischer. „Wer Ringen sehen will, für den ist das der Hammer.“

    Gegen Oberölsbach geht es nun um die Revanche für den Hinkampf, den die verletzungsgeplagten Hofer mit 7:17 verloren hatten, und um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Die Kulisse dürfte stimmen: Die Jahnhalle ist bei Heimkämpfen mit rund 500 Zuschauern voll, mehr sind nicht genehmigt. Das fällt auch Gästen auf. Ein Trainer aus Bayreuth habe ihm kürzlich gesagt, erzählt Fleischer, man könne in der ganzen Liga jeden Kampf abfahren und finde nirgends eine solche Halle. Das Catering stemmt der Verein komplett selbst.

    Wer früher kommt, sieht mehr, denn die Eintrittskarte gilt für den gesamten Kampftag. Ab 16.30 Uhr ringt die dritte Mannschaft in der Gruppenoberliga Nord gegen den ATSV Kelheim II, um 18 Uhr folgt die Bayernliga-Reserve gegen den TSC Mering. Für Fleischer ist genau das der Reiz eines Kampftags in der Jahnhalle: „Du beginnst mit der dritten Mannschaft in der sechsten Liga, dann kommt die zweite in der Bayernliga, und da siehst du schon eine deutliche Steigerung. Und dann die Regionalliga – dann geht’s aber ab auf der Matte.“ Diese Steigerung zu beobachten, sei „ein tolles Gefühl“. Wer vom FFC-Spiel kommt, ist pünktlich zum Höhepunkt da.

    Darum gibt es kein Kombiticket

    Ein gemeinsames Ticket für den Super-Samstag gibt es trotzdem nicht. Im vergangenen Jahr hatten der ASV und Bayern Hof schon einmal ein Kombiticket angeboten. „Diesmal ist das alles zu kurzfristig“, sagt Fleischer. Weil beide Vereine ihre Onlinetickets über verschiedene Anbieter verkaufen, werde es schnell kompliziert. „Da muss man sich im Vorfeld in Ruhe zusammensetzen.“ Zudem ist der Eintritt beim FFC-Spiel ohnehin frei. Fleischer denkt deshalb schon weiter: Die Vereine könnten gemeinsam Sponsoren für solche Tage suchen, an denen der Eintritt dann überall frei ist. „Ich denke da, ehrlich gesagt, nicht immer so massiv ans Geld“, sagt er. Es gehe darum, „die Menschen für den Sport zu begeistern“.

    Sonntag: Zwei Derbys als Zugabe

    Wer vom Samstag noch nicht genug hat, kann am Sonntag gleich weitermachen. Um 15 Uhr steigt im Fußball das Hofer Stadtderby zwischen dem FSV Viktoria Hof und dem ATS Hof/West, zugleich ein Kellerduell in der Kreisliga 1: Aufsteiger ATS Hof/West ist mit zwölf Punkten Zwölfter, die Viktoria liegt mit neun Punkten einen Platz dahinter.

    Um 16 Uhr empfangen außerdem die Handballer des TSV Hof im

    Derby die SG Helmbrechts/Münchberg II. Für den Aufsteiger, der

    erstmals seit rund 20 Jahren wieder in der Bezirksoberliga spielt, ist

    es eine schwere Aufgabe: Die Gäste stehen mit 8:4 Punkten auf

    Rang vier, der TSV mit 4:8 Punkten auf Rang acht.

    auf gehts in die HÖLLE NORD!!

    Ob es am Ende lauter Hofer Siege werden, ist fast zweitrangig. Hof zeigt an diesem Wochenende, was es als Sportstadt wieder zu bieten hat.